Apropos Marcel Broodhaers

Marcel Broodhaers (geboren 1924 in Brüssel, gestorben 1976 in Köln) trägt innerhalb von Pop Art, Surrealismus, Minimal- und Konzeptkunst eine ganz eigenwillige Handschrift. Legendär sind seine Materialien: Eier- und Muschelschalen, echte versteht sich.

Die großen Töpfe mit überquellenden Muschelschalen (La Grande Casserole de Moules, 1966) oder Muschelschalen an der Wand oder Eierschalen an der Wand oder Oval mit Eierschalen zeigen eine nationale (nämlich belgische) Variante der Pop Art.

Neben den Muscheln erinnert auch seine Installation mit Palmen (Jardin d’hiver, 1974) an sein Heimatland und dessen Verstrickungen im Kongo.

Seine Collagen mit Kühen und Automarken als Unterschriften verweisen auf das Verhältnis von realem Objekt und Abbildung: es ist eben nie dasselbe! Mit seinen Arbeiten plädiert Broodhaers für eine offene Leseart der Kunst. Er kritisiert auch den Kunstmarkt. Dies wird auch ganz deutlich in seinem Plakaten mit dem kleinen Alphabet.  Es ist eine Art Erziehung zum barrierefreien Denken.

Bevor er sich der bildenden Kunst zuwandte war Broodhaers Dichter, Schriftsteller, Journalist und Antiquar. Kunst und Literatur waren für ihn gleichberechtigte Ausdrucksformen, weshalb auch die Sprache aus seinem Werk nicht wegzudenken ist. Broodhaers verkörpert die kritische Kraft von Kunst.

Zuletzt gesehen: Marcel Broodhaers, “Eine Retrospektive”, 04.03. – 11.06.2017, Ständehaus Düsseldorf

 

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