Kunstpublikationen von Künstlern: die Schatzkiste der vergangenen Jahrhunderte

Anna Atkins (1799 – 1871)
Photographs of British Algae: Cyanotype Impressions

Ernst Haeckel: Kunstformen der Natur, 1899 -1904

Der Mediziner, Zoologe und Künstler Ernst Haeckel legte mit diesem Buch und seinen Zeichnungen den Nährboden für den Jugendstil. Vieler Künstler nahmen seine Zeichnungen aus der Natur als Inspiration für Bauwerke (Gaudi) , Schmuck (Tiffany) und Gemälde.

Karl Blossfeldt (1865 – 1932): Urformen der Kunst

Karl Blossfeldt sah die Natur als Model für Kunst und Architektur. Er fotografierte Pflanzen vor allem am Wegesrand mit einer selbstgebauten Großformatkamera. Die Natur wird bei ihm zum Totalkunstwerk, sie ist die höchste künstlerische Form. Mit seiner Publikation zeigt er die gesamte Raffinesse der Natur, die aus seiner Sicht einen Schöpfer haben muss.

Vassily Kandinsky: Über das Geistige in der Kunst insbesondere in der Malerei, 1911

„Jedes Kunstwerk ist Kind seiner Zeit, oft ist es Mutter unserer Gefühle.“
Kandinsky setzte mit seiner abstrakten Kunst neue Maßstäbe: nicht das, was man sehen oder belegen kann, ist das Wahre, sondern es gibt noch eine andere Sphäre: das Geistige, eine Art Verschlüsselung des Gegenstandes, das Abstrakte. Statt Reproduktion und Mimesis ging es ihm um Imagination und den Ursprung des Seins.

Maria Sibylla Merian (1647 – 1717):
Neues Blumenbuch, Nürnberg 1680

“Es gibt in unseren Bibliotheken und Museen Schaustücke, denen ein Zauber innewohnt, dem, unabhängig von jedem Zeitgeschmack, jeder Besucher mehr oder weniger verfällt”, lautet die Einleitung zur Ausgabe dieses Buches aus dem Insel Verlag. Und es ist das, was mir aus der Seele spricht.

Die Naturforscherin, Künstlerin und Unternehmerin Sibylla Merian war eine für ihre und unsere Zeit sehr emanzipierte Frau. 1647 in Frankfurt als Tochter des Kuperstechers und Verlegers M. Merian geboren, zieht sie mit ihrem Mann, dem Künstler Johann Andreas Graff 1670 nach Nürnberg und wird eine erfolgreiche Unternehmerin: sie übernimmt Auftragsarbeiten und vertreibt bemalte Seidendecken. Ausserdem gibt sie Malunterricht für “betuchte” Frauen. Die Malvorlagen sind die Basis für ihr Blumenbuch, das in drei Teilen erscheint.

1691 zieht sie mit ihren Kindern nach Amsterdam, um auch dort erfolgreich als Künstlerin zu arbeiten. Mit ihrer ältesten Tochter unternimmt sie 1699  eine Forschungsreise nach Surinam, die sie wegen Krankheit (Malaria) nach zwei Jahren abbrechen muss. Vor der Reise hatte sie sich offiziell von ihrem Mann getrennt. Ihre Erkenntnisse, Zeichnungen und Malereien münden in ihren wundervollen Büchern wie auch in ihrem Insektenbuch.

Sie starb arm, wurde aber weltberühmt!

 

Haben Sie Vorschläge für wichtige Publikationen von Künstlern? Schreiben Sie mir!

 

 

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