Ausstellung “Islam – dit is ook onze geschiedenis”

Politische Themen werden von der Kunst schon lange aufgegriffen. Bereits Goya kritisierte die Willkür der Mächtigen und Gewalt. In neuerer Zeit finden wir Themen wie Umweltschutz oder Gleichberechtigung auch in der Kunst.  Eben zeigt Ai Weiwei unter dem Motto “Good fences make good neighbours” 300 Kunstwerke in New York zum Thema Flüchtlinge. Um dieses Thema geht es auch in der Ausstellung in Brüssel. Auf einer Etage zeigen verschiedene Künstler in Fotos, Gemälden und Installationen eindrucksvoll ihre Beiträge zum Thema Flucht.

Leider ist der Kunst nur der zweite Teil der Ausstellung gewidmet. Der erste Teil handelt von den historischen Beziehungen zwischen der islamischen und europäischen Welt. Hier werden die islamische Expansion mit der Eroberung der iberischen Halbinsel und Siziliens, die Angriffe auf Südfrankreich und später die Eroberung Konstantinopels (1453), Bosniens (1460) usw. gezeigt. Freilich von den Zerstörungen, Plünderungen und Exekutionen ist hier nicht die Rede. Und der Koran hat mit dem Christentum gemeinsame Wurzeln und erwähnt schließlich Jesus und Maria; warum Christen als Ungläubige gelten und verfolgt werden, wird nicht erklärt. Wer eine kritische Auseinandersetzung mit dem Islam oder den heutigen Herausforderungen einer islamisch geprägten Immigration erwartet (Stellung der Frau, Terrorgefahr, Zukunft der EU, Anwachsen des Rechstpopulismus..), wird nichts dergleichen entdecken.

Ein weiteres Thema sind die Auswirkungen dieser Verflechtungen auf die europäische Kunst und Kultur: in der Tat haben Maler wie Ingres, Komponisten (Mozarts Entführung aus dem Serail), literarische Werke (Die Märchen aus 1001 Nacht), Modeschöpfer in den 20er Jahren und Architekten den Orient als Inspirationsquelle verwendet und Menschen andere Kulturen nähergebracht, ein Schritt zur Völkerverständigung. Vergessen hat man vielleicht noch das Wiener Croissant!

Die Araber selbst brachten dann das Schachspiel, das eigentlch aus Persien kam und den Kaffee, der eigenlich aus Ethiopien stammt, nach Europa. Sicher gab es damals auch andere bedeutungsvolle Errungenschaften wie die Algebra, von denen Europa profitierte.

Kunst, Kultur und Geschichte aus vergangenen Tagen werden also als Plädoyer für ein grösseres Verständnis für Immigration nach Europa verwendet. Eine Ausstellung nur mit einem Kunstteil hätte mir besser gefallen. Kunst gibt Denkanstösse, manipulieren will sie nicht.

 

Vanderborghtgebouw,
Schildknaapsstraat, 1000 Brussel
Noch bis 21.01.2018

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